SEO lernen · Einsteiger bis Fortgeschrittene

E-E-A-T: Warum Google (und KI) zunehmend bewertet, wer du bist

~7 Minuten Lesezeit
Schon mal drüber nachgedacht, warum manche Artikel von Einzelpersonen auf Seite 1 landen — während professionell produzierte Inhalte großer Marken darunter verschwinden? Es hat selten mit Budget zu tun. Oft hat es damit zu tun, dass Google eine Frage beantwortet haben will: Wer schreibt das eigentlich — und warum sollte ich dem vertrauen?

Was E-E-A-T bedeutet

E-E-A-T ist kein direkter Rankingfaktor — kein Code-Schalter, den Google umlegt. Es ist ein Qualitätsprinzip aus den Quality Rater Guidelines, nach denen echte Menschen Suchergebnisse bewerten. Diese Bewertungen fließen in das Training des Algorithmus ein.

Experience — Hat die Person das Thema selbst erlebt? Expertise — Durchdringt die Person das Thema wirklich? Authoritativeness — Wird die Person von anderen zitiert, verlinkt, empfohlen? Trustworthiness — Der wichtigste Faktor laut Google. Transparenz, korrekte Angaben, Quellenbelege.

Warum Trust der wichtigste Faktor ist

Stell dir vor, du bist Arzt mit 20 Jahren Erfahrung. Du schreibst präzise und korrekt. Aber auf deiner Website fehlt ein Impressum, Quellenangaben sind vage, Kommentare werden nicht moderiert. Dann rankt Google dich trotzdem schlechter als eine transparentere Seite mit weniger Expertise.

Trust-Signale: Vollständiges Impressum, aktuelle Datenschutzerklärung, Autorenprofile mit echten Namen und Bildern, Quellen verlinkt/benannt, Fehler transparent korrigiert (mit Datum), Kontaktmöglichkeit sichtbar, HTTPS aktiv, keine übertriebenen Claims ohne Belege.

YMYL: Wenn E-E-A-T besonders wichtig wird

YMYL steht für Your Money or Your Life — Themen, bei denen falsche Informationen echten Schaden anrichten können. Medizin und Gesundheit, Finanzen, Recht, mentale Gesundheit, Sicherheit. Seit dem December 2025 Core Update gelten E-E-A-T-Anforderungen aber auch außerhalb von YMYL-Themen — bei praktisch allen kompetitiven Suchanfragen.

E-E-A-T in der Praxis aufbauen

Autorenprofile anlegen: Bild, Kurzbiografie, Erfahrungsnachweis. Google indexiert Autoren als eigene Entitäten. Quellen nennen: Studien, Zahlen, Originalquellen direkt verlinken. Über-uns-Seite ernst nehmen: Wer seid ihr? Welche Erfahrung bringt ihr mit? Eine schwache About-Seite ist eines der deutlichsten Zeichen für niedrige Vertrauenswürdigkeit. Fehler öffentlich korrigieren: Wer transparent korrigiert, wirkt vertrauenswürdiger. Externe Mentions aufbauen: Gastbeiträge, Interviews, Nennungen, Podcasts.

E-E-A-T und KI-Suche

Hier wird es besonders interessant. Google bewertet E-E-A-T über menschliche Quality Rater, Autorschaft, Reputation, Konsistenz über Zeit. KI-Suche (ChatGPT, Perplexity) analysiert automatisiert, bevorzugt strukturierte und faktisch belegte Texte, prüft ob Autoren im Web nachweisbar sind.

Was beide gemeinsam haben: Vertrauen, Klarheit, Belegbarkeit, Konsistenz. Der neue Begriff dafür: GEO — Generative Engine Optimization. Das Grundprinzip ist identisch mit E-E-A-T: Wer strukturiert, faktisch belegt und transparent schreibt, wird von KI häufiger als Quelle zitiert.